Wegkreuze

Wegekreuze und Bildstöcke in der
Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues

(nach Georg Jakob Meyer)




Die Verbandsgemeinde Bernkastel- Kues gehört zwei verschiedenen Landschaftsgebieten an: Ein Teil liegt zu beiden Seiten am Flusslauf der Mosel, ein weiterer Teil im angrenzenden Hunsrückgebiet. Doch ist die Bevölkerungszahl des Moselteils erheblich höher als jene des Hunsrücks. Dieser Unterschied in der Bevölkerungsdichte spiegelt sich wider in der Dichte der Besetzung mit Wegekreuzen. So machen wir auch hier wieder die Feststellung, dass die Zahl der Wegekreuze an der Mosel weit größer ist als auf dem Hunsrück, im Moselgebiet zählen wir ca. 200 Kreuze während in dem mehrfach größeren Teil auf dem Hunsrück nur etwa 100 Wegekreuze gezählt werden.


Allerdings spielt bei diesem Unterschied noch ein anderer Umstand eine wichtige Rolle. Während im Moseltal die Bevölkerung durchweg katholisch ist, ist in vielen Orten des Hunsrücks die evangelische Bevölkerung in der Überzahl. Da aber in evangelischen Gebieten die Errichtung von Wegekreuzen und Bildstöcken nicht üblich ist, erklärt dies, dass in einigen Orten des Hunsrücks keines dieser christlichen Wegdenkmäler errichtet wurde.

Betrachten wir die Verbandgemeinde- karte mit den eingetragenen Standorten der Wegekreuze, so fällt uns die übergroße Dichte der Kreuze im Moseltal auf, insbesondere an der Moselstrecke zwischen Lieser und Lösnich. Alle diese Kreuze sind Steinkreuze, die selten über 300 Jahre alt sind und von kundiger Meisterhand geschaffen wurden. Die Steinkreuze sind mit Inschrift und Jahreszahl ausgestattet, auf dem Schaft sind Hausmarken und Wappenschilde ausgehauen, ein kunstvoll gearbeiteter Corpus ziert das Abschlusskreuz und oft sind Schaft und Seitenteile mit stilvollen Blatt- und Linienverzierungen versehen.


Zur Fertigstellung eines solchen Kreuzes bedurfte es einer geübten Meisterhand und es ist sehr wahrscheinlich, dass nur in der Stadt Bernkastel-Kues eine solche Steinmetzwerkstätte war. Besondere Bearbeitungsweisen der Kreuze um Bernkastel-Kues lassen diese Vermutung zu. Die Hausmarkendarstellung, die auffallend schwere Dornenkrone und die eigenen Barockzierlinien lassen einen besonderen Meister im Bernkasteler Raum erkennen. Auch die Feststellung, dass im Bernkasteler Raum die ersten Barockkreuze auftauchen (Erden 1638, Ürzig 1637), bestätigen die Vermutung...




Die allgemeine Form der Kreuze ist die Schaftkreuzform. Recht zahlreich sind die Barockkreuze, die überall an der Mosel zwischen Neumagen und Lösnich errichtet sind. Die Wegbilder stellen die Gottesmutter mit Sohne dar oder Szenen aus der Leidensgeschichte des Herrn.



zurück start weiter